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Neu erschienen: Geschichte Bielefelds in Moritaten, 2013, 84 Seiten, ISBN 978-3-7322-6330-1, 15,90 €
Neue Westfälische 05.12.2013. Besprechung "Von Bylanuelde über Biliuelde bis Bielefeld" - Stadtgeschichte in Moritaten

Heilquelle Kesselbrink (1666)

 

Bad Bielefeld, wie klänge das,

ganz Deutschland würde staunen.

Ein Bad zur Kur, das wäre was,

dann würde niemand raunen:

„Ja, Bielefeld, gibt’s denn die Stadt?

Die hat man doch erfunden!“

Die Bielefelder haben’s satt,

dass sie im Nichts verschwunden.

Die große Chance war ja da,

schon vor dreihundert Jahren,

als man am Köttelbrinke sah

Gebrechliche in Scharen.

Sie wallfahrten zur Quelle hin,

die heilbringend entsprungen,

ihr Wasser brachte schnell Gewinn

für Auge, Ohr und Lungen.

Das wär’ der Augenblick gewesen,

Bad Bielefeld zu gründen;

Denn hunderte sind dort genesen

von Leiden und von Sünden.

Ilsche von den Stegeln

war zu blind zum Kegeln:

Von der Quelle

auf die Schnelle

eine Kelle

und ihr Augenlicht ward helle.

Heinrich Schrefe hat Podagra,

weshalb er auch öfter da war:

Nach dem Schluck

ein kurzer Ruck
und schon ging’s zu Fuß zuruck.

 

Der Lörenkamp konnt nicht mehr hören


keine konnt ihn mehr betören.

Ein Glas Wasser

und schon saß er

mit nem Fräulein unter Föhren.

 

So sind viele hier geheilt,

sind beglückt nach Haus geeilt.

Bielefeld in aller Munde.

Für die Stadt ne gute Stunde.

 

Was wär Pyrmont, was Baden Baden,

der „Spieler“ wäre hier entstanden.

Hier hätten sich auch eingeladen

all die Aristokratenbanden.

Hier hätten sie geschmaust, gezecht,

auch Heilwasser getrunken,

Bad Bielefeld wär’ nicht versunken

in seinem tiefen Schuldensumpf:

Leer ist er nämlich – unser Strumpf.

 

Sieht man die alten Parkanlagen

mit seltnen Bäumen und Rabatten,

schlägst einem wirklich auf den Magen,

was wir am Kesselbrinke hatten!

Da sprudelte einst diese Quelle,

zu der die Hoffnung viele trug,

das war für einen Park die Stelle,

eh man die mit Asphalt begrub.

Ja, alles hat man demontiert:

das Niederntor, die alten Gassen,

für’s Auto hat man reserviert

den Platz und alle andren Straßen.

 

Gott ließ sie aus der Erde kommen,

so hat es Redeker geschrieben,

doch hat er sie zurückgenommen,

und Bielefeld ist nichts geblieben.

 

So ist Bad Bielefeld verschwunden,

man sucht es heute ganz vergeblich,

doch Carolinen hat gefunden

ein Wasser, das zwar unverderblich,

doch wer es trinkt, muss wohl gestehen,

das Ohr bleibt taub, kein Blinder lernt zu sehen.

 

Matthias Bronisch

Reichenberger Str.22d

D 33605 Bielefeld

Tel.: 0521/205399; e-mail: mbronisch@hotmail.com; homepage: matthias-bronisch.de

Bio-Bibliografie

Geboren 1937 in Stettin

1950 - 56 Gymnasium in Petershagen/Weser

Studium in Münster und Hamburg: Kunstgeschichte, Archäologie, Literaturwiss., Psychologie

1963-66 und 1971-76 Lektorate an den Universitäten in Novi Sad, Belgrad, Skopje

Seit 1976 Lehrer in Bielefeld

Seit 1978 Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)

Mitglied im PEN

1978 Übersetzerpreis „Grigor Prlicev“ des makedonischen Schriftstellerverbandes

Eigene Veröffentlichungen:

Übersetzungen:

Makedonien. In: Moderne Erzähler der Welt, Bd.53, Erdmann Verlag, 207 S. (23 Erzz. übersetzt aus dem Makedonischen). Tübingen/Basel 1976

Moderne makedonische Lyrik (Hrsg. und Übersetzer), Erdmann Verlag, Tübingen/Basel 1978, 172 S.

Blaze Koneski, Unter dem weißen Kalkstein der Tage. Ged. (Hrsg., Übersetzung und                                                                                                                  

                                                                           Nachwort). Bielefeld, Pendragon Verlag 1986

Eigene Texte:

Mit anderen Augen. 6 Erzz. Nachwort von Eva Strittmatter. Skopje, Macedonien Review 1976, 62 S.

Aus einer südlichen Landschaft. Gedichte. St.Michael, Bläschke Verlag 1979, 42 S.

Kopnez po jug. (eigene Gedichte in makedonischer Übersetzung). Skopje, Makedonska Revija 1980, 64S.

In Petershagen. In: Wetterlage, Bielefeld 1981

Jugendliebe und späte Heirat. In: Wetterlage, Bielefeld 1981

Auf 13 Scheffelsaat zwischen Wohnblocks. In: Bielefeld 1981

Mensch und Erkenntnis. Foto-Text-Mappe. Fotos von Karl-Martin Holzhäuser. Bielefeld 1984

Flaschenpost (Hrsg.). Ergebnisse eines Schreibkurses mit Jugendlichen. Bielefeld, Pendragon Verlag 1988

Der Lärm der Straße dringt herein. Kurzprosa. Bielefeld, Pendragon Verlag 1989

Die Stille vor dem Spiegel. Erzz. Bielefeld, 72 S., Pendragon Verlag 1997

Grün und Blau, Säule und Bogen, Baum und Himmel. „Palladio und die Villen im Veneto“. Erz. Zu Bildern von Peter Flachmann, Bielefeld 1999

In der Zeit des Schweigens, Erzählung, 106 S., Petershagen 2002

Zwischen Ankommenden und Abfahrenden werde ich Ja sagen (Hrsg.). Anthologie „Jugend schreibt“, Norderstedt 2003

Apovesti despre doua pietre, zweisprachige Ausgabe der Gedichte (rum.-deutsch), Bukarest 2006

In Zeitschriften:

5 Gedichte (Vest, Ti progovaras, Osnovni edinici..., A - kako Aleksandra, Prasanja do eden tatko).       In:Razgledi, XVIII. Jg., Nr.6, S. 647 - 651 (Skopje 1976)

3 Gedichte (Sega, Moeto mesto, Mojot rodenden). In: Razgledi, XIX Jg., Nr.4, S.361-63 (Skopje 1977)

5 Gedichte (Race, Gol, Krvta ne e crvena, Ohridsko ezero, Duovden). In: Covremenost, XXV. Jg.,

                 Nr. 9-10, S. 47-51 (Skopje 1975)

1 Gedicht (GlaubensGemeinschaftsGlaube) In: Grenzüberschreitungen oder Literatur und Wirklichkeit, edition „die horen“, 1982, S.212

Ged.“Cellenschmelz“ in NEUE WESTFÄLISCHE, Nr. 133,12.06.1985

In Anthologien:

3 Gedichte in: Germanskata Poezija na XX. Vek, Skopje 1978, Makedonska Revija, S. 274-277

Rundfunk.

WDR: Lyriklesung, Mein Sonntag in..., einzelne Gedichte

Saarl.Rundfunk, Süddt. Rundfunk: Lesungen von übersetzter Prosa aus dem Makedonischen

Angaben in Nachschlagewerken:

Who is Who, Kürschners Literaturlexikon, www.nrw-autoren-im-netz.de

Matthias Bronisch

Reichenberger Str.22d

D 33605 Bielefeld

Tel.: 0521/205399; e-mail: mbronisch@hotmail.com; homepage: matthias-bronisch.de

Bio-Bibliografie

Geboren 1937 in Stettin

1950 - 56 Gymnasium in Petershagen/Weser

Studium in Münster und Hamburg: Kunstgeschichte, Archäologie, Literaturwiss., Psychologie

1963-66 und 1971-76 Lektorate an den Universitäten in Novi Sad, Belgrad, Skopje

Seit 1976 Lehrer in Bielefeld

Seit 1978 Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)

1978 Übersetzerpreis „Grigor Prlicev" des makedonischen Schriftstellerverbandes

Eigene Veröffentlichungen:

Übersetzungen:

Makedonien. In: Moderne Erzähler der Welt, Bd.53, Erdmann Verlag, 207 S. (23 Erzz. übersetzt aus dem Makedonischen). Tübingen/Basel 1976

Moderne makedonische Lyrik (Hrsg. und Übersetzer), Erdmann Verlag, Tübingen/Basel 1978, 172 S.

Blaze Koneski, Unter dem weißen Kalkstein der Tage. Ged. (Hrsg., Übersetzung und

Nachwort). Bielefeld, Pendragon Verlag 1986

Eigene Texte:

Mit anderen Augen. 6 Erzz. Nachwort von Eva Strittmatter. Skopje, Macedonien Review 1976, 62 S.

Aus einer südlichen Landschaft. Gedichte. St.Michael, Bläschke Verlag 1979, 42 S.

Kopnez po jug. (eigene Gedichte in makedonischer Übersetzung). Skopje, Makedonska Revija 1980, 64S.

In Petershagen. In: Wetterlage, Bielefeld 1981

Jugendliebe und späte Heirat. In: Wetterlage, Bielefeld 1981

Auf 13 Scheffelsaat zwischen Wohnblocks. In: Bielefeld 1981

Mensch und Erkenntnis. Foto-Text-Mappe. Fotos von Karl-Martin Holzhäuser. Bielefeld 1984

Flaschenpost (Hrsg.). Ergebnisse eines Schreibkurses mit Jugendlichen. Bielefeld, Pendragon Verlag 1988

Der Lärm der Straße dringt herein. Kurzprosa. Bielefeld, Pendragon Verlag 1989

Die Stille vor dem Spiegel. Erzz. Bielefeld, 72 S., Pendragon Verlag 1997

Grün und Blau, Säule und Bogen, Baum und Himmel. „Palladio und die Villen im Veneto". Erz. Zu Bildern von Peter Flachmann, Bielefeld 1999

In der Zeit des Schweigens, Erzählung, 106 S., Petershagen 2002

Zwischen Ankommenden und Abfahrenden werde ich Ja sagen (Hrsg.). Anthologie „Jugend schreibt", Norderstedt 2003

Apovesti despre doua pietre, zweisprachige Ausgabe der Gedichte (rum.-deutsch), Bukarest 2006

In Zeitschriften:

5 Gedichte (Vest, Ti progovaras, Osnovni edinici..., A - kako Aleksandra, Prasanja do eden tatko). In:Razgledi, XVIII. Jg., Nr.6, S. 647 - 651 (Skopje 1976)

3 Gedichte (Sega, Moeto mesto, Mojot rodenden). In: Razgledi, XIX Jg., Nr.4, S.361-63 (Skopje 1977)

5 Gedichte (Race, Gol, Krvta ne e crvena, Ohridsko ezero, Duovden). In: Covremenost, XXV. Jg.,

Nr. 9-10, S. 47-51 (Skopje 1975)

1 Gedicht (GlaubensGemeinschaftsGlaube) In: Grenzüberschreitungen oder Literatur und Wirklichkeit, edition „die horen", 1982, S.212

Ged."Cellenschmelz" in NEUE WESTFÄLISCHE, Nr. 133,12.06.1985

In Anthologien:

3 Gedichte in: Germanskata Poezija na XX. Vek, Skopje 1978, Makedonska Revija, S. 274-277

Rundfunk.

WDR: Lyriklesung, Mein Sonntag in..., einzelne Gedichte

Saarl.Rundfunk, Süddt. Rundfunk: Lesungen von übersetzter Prosa aus dem Makedonischen

Angaben in Nachschlagewerken:

Who is Who, Kürschners Literaturlexikon, www.nrw-autoren-im-netz.de

ACO KARAMANOV (1927 –1944)

 

Psalm für Mlle Lili

(aus dem Makedonischen von Matthias Bronisch)

 

Jetzt bin im allein in meinem Zimmer und daher schreibe ich Ihnen.

Mein Zimmer ist dunkel, mein Zimmer ist traurig,

und nur die gelbe Feder kratzt auf dem Papier,

lustig wie ein verliebter Sperling.

Deswegen hören Sie, Mademoiselle, meine Verse,

obwohl sie nicht ganz glatt sind,

die wie

eau de cologne

in Ihr zartes, dazu noch musikalismes Ohr sickern sollen.

Vielleicht werde ich Ihnen plump erscheinen,

wie das Knirschen der Dorfwagen,

und Sie sind so schön,

mit geschminkten Lippen und einer Seele

wie eine griechische Orange!

Sie, die Sie 32 Zähne haben und ein Kleid in der Farbe rostigen Goldes,

Sie, deren Brust zu eng ist, um die Sonne hindurchgehen zu lassen,

Sie, deren Stimme wie drei Hawaii-Mandolinen klingt,

deren Stimme süß ist wie mocca sorta,

hören Sie jetzt meine Worte, die wärmer sind als Ziegenmilch:

bin ich schuld daran, daß die Straßen meiner Seele weit geöffnet sind

für diejenigen, die mehr Brot, mehr Sonne und mehr Himmel möchten.

Sehen Sie, meine Augen haben den Glanz Ihrer blank geputzten Schuhe,

meine Ohren sind rot vor Freude wie eine sozialistische Fahne,

weil ich von Ihrer Stimme und von Ihrem Blick. betrunken bin.

 - Wie wagen Sie es?

 - Na, Mademoiselle,

Ihre Stimme bringt mir dreieinhalb Kilo Freude,

und, obwohl Sie langweiliger sind als der Stil Horaz',

liebe im Sie mehr als meine Soldatenstiefel, die schwarz wie ein Totenwagen sind,

und sogar mehr,

mehr als mein Hündchen, das Bubu heißt,

und das genau so bellt: af, af, af!

Mademoiselle, im bin allein in diesem Zimmer,

und im frage Sie:

warum ist Ihr Blick süßer als die Nestlé-Bonbons,

und warum zittert meine Stimme, die wie eine Dorfglocke klingt,

wie die eines zahnlosen.und weißbärtigen Greises,

wenn ich Sie sehe und begrüße:

Bonjour, Mlle Lili!

Aber Sie sind nicht allein. Bei Ihnen ist eine Party.

Bei Ihnen sind 15 Gäste, 1253 prächtige Worte,

15 »Willkommen« und 15 »Wie geht es Ihnen«,

15 Zylinder plus 15 leere Gehirne plus 15 Dickschädel,

bei Ihnen sind: Bataillone von Phrasen, bereit zum Start,

bei Ihnen sind 15 mal 2 gleich 30 weiße Handschuhe,

bei Ihnen ist: Party, Party, Party!

Aber im komme nicht zu Ihnen,

weil ich keinen Zylinder, keine Handschuhe, kein Lächeln habe.

Ich komme nicht zu Ihnen, sondern schreibe Ihnen einen Brief,

gutmütig wie Eselsohren.

Und wenn Sie mir nicht antworten,

werde ich mich an Sardinen,

den Elegien von Francis Jammes

und Andersens Märchen satt essen

aus Trauer und Verschnupftsein.

Und ich werde von der Liebe auf den Tod krank werden,

und im werde mein Hündchen Bubu nehmen,

ich werde ihn auf die Schnauze küssen,

dann werden wir aus Trauer und Liebe zusammen bellen,

so:

Af, af, af!

Af, af, af!

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Diagonale

Wortschwärme

Matthias Bronisch

 

bin     bist     sind

nicht     wir

als     du     stärker

gemeinsam

Du     sind     Ich

mehr     Ich

und     wir     gemeinsam

sind     mehr

sind    sind

Wir     als     Ich    sind     Du

Wir     wir

Ich     und     wir

ich     Wir

wir   Du

Du     sind     Wir

Ich    bin    Ich,

wir     als

du bis Du.

stark     mehr

Sind wir Wir,

gemeinsam     stärker

sind wir nicht mehr Ich und Du,

du     bist     sind     wir

sind wir Wir,

als     mehr     und

sind wir mehr als Ich und Du.

gemeinsam     und     wir

Sind wir gemeinsam, sind wir stärker als Ich und Du.

und     nicht

Gemeinsam sind wir stark.

Ich bin Ich, du bist Du. Sind wir Wir, sind wir nicht mehr Ich und Du. Sind wir Wir, sind wir mehr als ich und Du. Sind wir gemeinsam, sind wir stärker als Ich und Du. Gemeinsam sind wir stark.

 

ich     du

sind     mehr

nicht     Du     wir

treiben     überlassen

ich

mit    Ich     und     unter

Ich

das     Wir

wissen     wohin

überlassen

nicht     wir     Du

dem

von     dem     Wir

Ich     und     gehen

im     Wir     treibt

wir     es     sind

Wir

wir     wir

sind     wir

Ich bin Ich,

treiben     mit     von     dem

du bist Du.

überlassen     wohin

Sind wir Wir, sind wir nicht mehr Ich und Du.

nicht     wissen

das     Ich

Sind wir Wir, gehen wir unter im Wir,

es

treibt    dem    Wir

treiben mit dem Wir, überlassen das Ich und Du dem Wir,

Wohin     gehen

unter

von dem wir nicht wissen, wohin es treibt.

Ich bin Ich, du bist Du. Sind wir Wir, sind wir nicht mehr Ich und Du. Sind wir Wir, gehen wir unter im Wir, treiben mit dem Wir, überlassen das Ich und Du dem Wir, von dem wir nicht wissen, wohin es treibt.

 

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